Fachwissen

Fundiertes Fachwissen für Bauinteressenten

Mit den folgenden Beiträgen möchten wir zu den wichtigsten Themen rund um den Hausbau informieren.

Einblasdämmung - noch ganz dicht?

Wie erfolgt eine Einblasdämmung und was ist zu beachten
Es gibt im Holzrahmenbau viele Möglichkeiten, die Gefache in den Wänden, den Geschossdecken oder im Dach zu dämmen. Dabei kommen unter anderem Materialien wie Glaswolle, Steinwolle, Zellulose (Zeitungspapier), Kork, Holzfaser, Hanf oder Jute zum Einsatz. Welcher Dämmstoff letztendlich von einem Holzbauunternehmen eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie Firmengröße, Firmenphilosopie oder auch Erfahrungen mit bestimmten Dämmstoffen ab.

Grundsätzlich lassen sich die Dämmstoffe in zwei Gruppen aufteilen: Mattenware, die mit Überbreite und meist mehrlagig manuell in die Gefache eingepasst wird. Und Einblasdämmung, welche maschinell auf der Baustelle eingebracht wird.

Die Einblasdämmung wird typischerweise von kleineren Unternehmen (Zimmereien) eingesetzt, was unter anderem auch mit den eingeschränkten technischen Produktionsmöglichkeiten am Unternehmensstandort zusammenhängt.

Einblasdämmungen gelten heute bei fachgerchtem Einbau als setzungsicher und gegenüber einigen Zelluloseprodukten, bei denen auch in jüngster Vergangenheit immer noch Borverbindungen und Blei in den Inhaltsstoffen festgestellt wurden, sind natürliche Dämmstoffe wie Holzfasern verfügbar.

Während das Dämmen mit Mattenware relativ unkompliziert ist und von manchen Bauherren auch in Eigenleistung erbracht wird (Ausbauhaus), so sind die Arbeitsschritte bei einer Einblasdämmung aufwendiger und sensibler und sollten nur von einem erfahrenen Fachbetrieb durchgeführt werden.

Problematisch ist zum Beispiel das Einblasen selbst. Dabei kommt es vor allem auf den richtigen Druck, die richtige Dämmstoffmenge und die richtige Geschwindigkeit an, um eine gleichmäßige Füllung der Hohlräume mit der für den jeweiligen Fall nötigen Dämmstoffmenge zu gewährleisten. Dies ist insofern kritisch, da diese Dämmstoffe erst ab einer gewissen Rohdichte als setzungssicher gelten. Wird durch die Maschine nicht der richtige Druck erreicht, könnte das schwerwiegende Folgen haben, wie z.B. die Entstehung von Hohlräumen/Wärmebrücken. Eine Sichtprüfung ist bei einer Einblasdämmung nicht möglich.

Ein weiterer sensibler Punkt ist die Durchdringung der Dampfbremse in der Außenwand und im Dach (luftdichte Gebäudehülle). Bei einer Einblasdämmung werden im ganzen Haus Hunderte von etwa bierdeckelgroßen Bohrungen in die Dampfbremse (z.B. OSB-Platte) vorgenommen, um den Dämmstoff einzubringen. Hierbei kommt es beim Einblasen zu einer nicht unwesentlichen Staubentwicklung, so dass meistens mit einem Atemschutz gearbeitet wird.

Folgende Videos verdeutlichen das:
https://www.youtube.com/watch?v=Lq1c02Rus9A
https://www.youtube.com/watch?v=NTGfd94I7x4

Nachdem die Dämmung eingeblasen wurde, wird das Loch in der Dampfbremse mit einem Klebeband geschlossen. Dabei muss sichergestellt sein, dass der Untergrund staub- und fettfrei ist, um die vom Hersteller angegebene Haftungsdauer zu gewährleisten. Wird das in der Praxis auch immer so umgesetzt? Und wie lange hält die Klebewirkung tatsächlich an bzw. ist die Außenhülle auch in Zukunft dann noch ganz dicht?
Unternehmen, die mit einer Einblasdämmung arbeiten benötigen in der Regel eine separate Installationsebene für die Elektro-Installation.

Aus oben genannten Gründen empfehlen wir die Verwendung eines im Werk eingebrachten Mattendämmstoffes. Zum einen handelt es sich dabei um ein bereits vor Einbau formstabilem Material. Zum anderen kann jedes Bauteil einer zusätzlichen Sichtkontrolle unterzogen werden bevor es geschlossen wird.

Für unseren Baupartner KEITEL-Haus ist die einwandfreie und luftdichte Ausführung der Gebäudehülle (Dampfbremse in Form von OSB4-Platte mit Dampfbremspapier) essenziell. Somit wird beispielsweise das Dampfbremspapier durchgehend und geschosshoch zwischen Holzwerkstoffplatte und Gipsbauplatte eingespannt. Die wenigen Steckdosen in der Außenwand werden in Form von luftdichten Hohlwanddosen ausgeführt.

Sie haben noch Fragen zum Thema Dämmen? Gerne lassen wir Ihnen bei Bedarf weitere Informationen zukommen.

Kostenfallen beim Hausbau erkennen und vermeiden


Warum ist bei Typenhäusern aus dem Katalog Vorsicht geboten?
Was ist im Zusammenhang mit dem Kellerbau zu beachten?
Ist es eine gute Idee, Erdarbeiten über das Bauunternehmen zu beauftragen?

Auf unten verlinkter Infoseite möchten wir Ihnen typische Kostenfallen beim Hausbau vorstellen und Ihnen eine Hilfestellung geben, wie Sie diese vermeiden können. Die Seite ist per Passwort geschützt. Die Zugangsdaten erhalten Sie von uns auf Anfrage.

Kostenfallen beim Hausbau

VPB: Offene Stoßfugen im Mauerwerk sind technische Fehler

Pressemitteilung vom 20. März 2019
Auszug aus der Pressemitteilung:

"Fachliche Fehler beim Mauerwerk sieht Dipl.-Ing. Johannes Deeters auf rund 70 Prozent aller Ein- und Mehrfamilienhausbaustellen, die der Leiter des VPB-Büros Emsland im Auftrag privater Bauherren begutachtet: "Die vertikalen Stoßfugen zwischen den Steinen im Mauerwerk klaffen über ein zulässiges Maß hinaus auseinander. Oft kann man direkt zwischen den Steinen hindurchsehen", kritisiert der Experte..."

Hier können Sie den vollständigen Artikel einsehen:
VPB: Offene Stoßfugen im Mauerwerk sind technische Fehler

Die ideale Vorgehensweise beim Hausbau

1Finanzierungsrahmen klären
Sobald Sie einen Bauplatz in Aussicht haben, sollte zunächst der persönliche Finanzierungsrahmen mit der Bank oder einem unabhängigen Finanzdienstleister geklärt werden.
2Einstieg in die Hausplanung
Im Gespräch mit einem Berater eines Hausbauunternehmens oder mit einem Architekt wird unter Berücksichtigung Ihrer Vorstellungen und der örtlichen Gegebenheiten ein erster Entwurf für Ihr Haus erstellt (ACHTUNG: die Entwurfsplanung über einen freien Architekten ist in der Regel kostenpflichtig). Achten Sie darauf, dass der vorgestellte Entwurf sämtliche Bauvorschriften berücksichtigt (Bebauungsplan, §34 BauGB für Bauvorhaben im unbeplanten Innenbereich etc.). Bei nicht eindeutigem Sachverhalt unbedingt Rücksprache mit der örtlichen Baubehörde halten (siehe auch Beitrag "Kostenfallen beim Hausbau erkennen und vermeiden")! Bezüglich der Gründung des Hauses (Bodenplatte, Keller, Teilunterkellerung) benötigen Sie Kenntnis über den Baugrund. Dies sollte im nächsten Schritt abgeklärt werden, damit Sie Kostensicherheit für Ihr Bauvorhaben erhalten.
3Baugrunduntersuchung
Es ist empfehlenswert, parallel zur Hausplanung ein örtliches Baugrundbüro zur Überprüfung der Baugrund-/Grundwasserverhältnisse auf dem Bauplatz zu beauftragen. Der abschließende geotechnischen Bericht umfasst Aussagen zur Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Bodens sowie Gründungsempfehlungen (z.B. Bodenaustausch unter Gründungssohle erforderlich, Kellerabdichtung gegen drückendes Grundwasser etc.). Die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung bilden die Grundlage für die weiterführende Hausplanung.
4Vertiefung Hausplanung
Zusammen mit dem Bauberater oder dem Architekten wird die Hausplanung vertieft. In dieser Phase sollten Sie einen bestmöglichen Überblick hinsichtlich der zu erwartenden Baukosten (einschließlich Baunebenkosten) erhalten. Gewünschte Ausführungs- und Ausstattungsdetails sollten schriftlich unter Angabe der Kosten festgehalten werden. Im Fertighausbau bietet sich auch eine Werksführung mit "Vorbemusterung" an, um sowohl das Unternehmen als auch die Bauweise und die (Standard-)Ausstattung kennenzulernen. Bei einem Hausbau mit Architekt (in der Regel Massivbau) müssen Sie als Bauherr je nach Kostenermittlungsstufe gemäß DIN 276 einen zusätzlichen Puffer einplanen (z.B. Toleranzbereich für Kostenabweichungen bei einer Kostenschätzung: 20 - 30 %)
5Bauplatz erwerben
Nachdem Sie sämtliche Randbedingungen geklärt und einen detaillierten Überblick hinsichtlich der anfallenden Baukosten erhalten haben, können Sie den Bauplatz guten Gewissens notariell erwerben.
6Vertragsabschluss
Durch den Vertragsabschluss mit einem Haushersteller oder die Beauftragung eines Architekten haben Sie sich für den Baupartner Ihrer Wahl entschieden. Ihr Bauvorhaben kann nun richtig losgehen! Wenn Sie mit einem Unternehmen bauen, bei dem Sie die Bauleistungen "aus einer Hand", das heißt ohne Einzelvergabe der Gewerke, erhalten, sollten Sie sich vorab über einen realistischen Hausübergabetermin informieren. Dieser sollte immer innerhalb der gewährten Festpreisgarantie liegen.
7Bauablauf/Hausübergabe
Begleiten Sie persönlich das Bauvorhaben, um sich zu vergewissern, dass alle Bauleistungen entsprechend Ihren Vorstellungen ausgeführt werden. An Ihrem Bauvorhaben sind viele verschiedene Menschen beteiligt und selbst bei einem erfahrenen und gewissenhaft arbeitendem Bauunternehmen kann mal eine Kleinigkeit anders laufen als geplant. Wichtig ist, dass dies rechtzeitig bemerkt und dann entsprechend korrigiert wird. Sollten Sie selbst nicht die Zeit dazu haben oder es sich nicht zutrauen, können Sie beim Verband privater Bauherren e.V. (www.vpb.de), dem Bauherren-Schutzbund e.V. (www.bsb-ev.de) etc. einen Bausachverständigen für eine baubegleitende Qualitätsüberwachung beauftragen.

Die Innenwand im Holzrahmenbau - ein oft unterschätztes Bauteil

Aufbau, Schallschutz, Wärmeschutz
Nahezu jeder Bauherr, der sich für eine Holzrahmenbauweise interessiert, weiß innerhalb kürzester Zeit Bescheid über Materialien und Kennwerte verschiedener Außenwandkonstruktionen. Hier wird von Seiten vieler Hersteller ein großer Aufwand betrieben, um sich in irgendeiner Form interessant zu machen. An erster Stelle stehen hier kreative Fantasienamen wie "Wohlfühlwand" o.Ä., die suggerieren, dass es sich dabei um besonders wohngesunde oder gar patentierte Konstruktionen handelt. Die U-Werte der Wände werden angepriesen und klangvolle Zertifikate präsentiert. Spätestens an dieser Stelle sollte man als Bauinteressent aufhorchen und sich im Detail mit den verwendeten Baustoffen und deren Zusammensetzung beschäftigen.

Aber was ist mit den Innenwänden? Haben Sie sich bereits ausführlich mit dem Aufbau und den Eigenschaften der Innenwände beschäftigt?

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass die Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet sind, den Aufbau (Abmessungen) der Konstruktionselemente gegenüber den Bauherren transparent darzustellen (z.B. in einer separaten Baubeschreibung). Hier können Sie relativ leicht überprüfen, ob eine Wand doppelt beplankt ist (z.B. Holzwerkstoffplatte + Gipsbauplatte je Wandseite) oder die Wände nur halb gedämmt sind.

Jetzt werden Sie sich fragen: Nur halb gedämmte Wände? Wer macht denn so etwas? Die Antwort ist: nahezu alle Unternehmen!

Das kommt daher, dass viele Unternehmen die Elektroverkabelung größtenteils im Werk vornehmen (Leerrohre in der Wand verlegen, Unterputzdosen setzen etc.) und auf der Baustelle nur noch ein kleiner Teil der Installation stattfindet.

Halb gedämmt Wände bedeuten jedoch Einbußen hinsichtlich Wärme- und Schallschutz. Wobei vor allem der Schallschutz im Innenraum für viele Menschen ein wichtiges Thema ist. Übrigens: Schalldämmwerte aus dem Holzbau Handbuch Reihe 3 Teil 3 Folge 4 (Tabelle 7: Beispielsammlung Innenwände) beziehen sich immer auf eine Volldämmung der Wände.

Als Bauherr können Sie übrigens so etwas in einer Baubeschreibung ganz einfach überprüfen. Bei der Konstruktionsbeschreibung der Innenwand muss bei einer Volldämmung die Abmessung der Holzrahmenkonstruktion mit der Abmessung der dazwischenliegenden Dämmung übereinstimmen.

Beispiel:
Holzrahmenkonstruktion: 100 mm
Dämmung im Gefach: 100 mm
Brandschutz
Auch beim Thema Brandschutz gilt:

"Bei Gefachkonstruktionen sollten die Dämmstoffe dicht anliegend eingebaut werden, auch Innenwände sollten mit Volldämmung ausgeführt werden, um eine Brandausbreitung über die ungedämmten Hohlräume zu verhindern."
(Auszug aus dem Beitrag "Brandschutz und Baubiologie" aus dem Baubiologie Magazin vom 23.4.2019)

Hier können Sie den vollständigen Artikel einsehen:
Brandschutz und Baubiologie
Die Innenwand bei KEITEL-Haus

12,5 mm Gipsbauplatte
12 mm OSB4-Platte (formaldehydfrei verleimt)
100 mm starke Holzrahmenkonstruktion
100 mm ökologische Knauf Insulation zwischen den Rahmen
12 mm OSB4-Platte
12,5 mm Gipsbauplatte

Alternativen:
Gipsfaserplatte anstatt OSB4-Platte (preisgleich)
Jutedämmung anstatt Mineraldämmung (gegen Preisregulierung)

Interview mit Andreas Mosgallik-Keitel, Geschäftsführer Keitel Haus GmbH

Bankenunabhängig und zuverlässig
Fragen an Andreas Mosgallik-Keitel, Geschäftsführer Keitel Haus GmbH in Rot am See (Interview von FertighausWelt - www.fertighauswelt.de)

Seit mehr als 85 Jahren setzt Keitel Haus mit dem natürlichen, ökologischen Baustoff Holz dessen Vorteile gezielt ein. „Gemeinsam mit den Bauherren planen wir individuelle Einfamilien- oder Doppelhäuser, Reihenhäuser, Mehrfamilien- oder Generationenhäuser als wäre es unser Eigenes“, so Geschäftsführer Andreas Mosgallik-Keitel. Auch individuelle Wünsche wie „Wohnen und Arbeiten unter einem Dach" oder Sonderplanungen wie Gebäudeerweiterungen stehen auf dem Programm. „Wir sind ein bankenunabhängiger Geschäftspartner mit solider Basis“, erklärt Mosgallik-Keitel.

Was ist ihre Motivation und wie definieren Sie persönlichen / unternehmerischen Erfolg?

In der Ehe ebenso wie im Beruf ist Verlässlichkeit für eine lange und unbeschwerte Partnerschaft sehr wichtig. Wir bieten unseren Kunden auf dem Weg ihres langgehegten Lebenstraums zur eigenen Immobilie genau das – eine faire Partnerschaft auf Augenhöhe und Bauresultate, auf die Verlass ist. Zufriedene Eigentümer sind uns lieb und teuer. Unsere hohe Wiederempfehlungsquote freut uns daher besonders.

Wie würden Sie einem(-er) guten Freund-/in ihr Unternehmen erklären?

Unser Unternehmen ist ganz bewusst nicht zu groß und damit eher Schnellschiff denn langsamer Tanker. Die Kunden sind keine anonymen Nummern sondern uns persönlich bekannt und vertraut. So können wir auf Kundenwünsche schnell und beweglich reagieren. Wir sind aber auch nicht zu klein und verfügen über genügend Mittel, um unser technisches Know-how, unseren Geräte- und Maschinenpark auf dem aktuellen Stand zu halten und Innovationen voranzutreiben.

Der Kunde profitiert von individueller Beratung und unseren langjährigen Partnerschaften. Viele Fachbetriebe als Zulieferer sind zum Teil schon über Jahrzehnte ein Teil unseres eingespielten Netzwerkes. Ob Single, Pärchen oder Großfamilie, wir realisieren Holzfertighäuser (zu 90 Prozent Ein- und Zweifamilienhäuser) in allen Varianten für den gehobenen Mittelstand. Schlüsselfertig und auch im Bausatz- und Ausbauhausprinzip. Dank der modularen Ausbaustufen können die Kunden entscheiden, welche Eigenleistungen sie einbringen möchten

Welche Unternehmensphilosophie verfolgen Sie?

Unsere Unternehmenspolitik lautet Qualität vor Quantität, Individualität vor Einheitsbrei, Beratungskonzepte statt Überredungskünste, detaillierte Baubeschreibung statt Kleingedrucktes.

In puncto Baustoffe und Haustechnik legen wir größten Wert auf das Thema ‚Gesundes Wohnen‘ und setzt dabei nach Möglichkeit auf Rohstoffe, Produkte und Dienstleistungen aus der Region. Unser bewährtes Netzwerk sichert hohe Standards bei kurzen Transportwegen.

Als wirtschaftlich gesundes Unternehmen, das sich komplett aus Eigenmitteln finanziert, ist Keitel-Haus zudem unabhängig von Banken und Kapitalmärkten. Wir stecken die Mittel in die Qualität und Ausstattung unserer Häuser, der Werbeetat den der Kunde mitzahlen müsste, wird bewusst niedrig gehalten.

Wir pflegen flache Hierarchien ohne teuren Wasserkopf, so gibt es beispielweise über den Verkäufern keine weiteren Hierarchieebenen wie Gebietsverkaufsleiter, Regionalleiter, ja es gibt nicht mal einen Vertriebsleiter, sondern da komme direkt ich persönlich als Geschäftsführer.

Wie kann man sicher unternehmen in einer unsicheren Welt?

Bauen in Deutschland ist sehr qualitätsbewusst. Keitel Häuser sind ökologisch konsequent umgesetzt. Das heißt, es werden als ein Beispiel keine Folien oder Polysterol verwendet. Somit besteht der Wandaufbau fast ausschließlich aus rein ökologischen Materialien. Material, Energieverbrauch, Transport sind Stellschrauben zur nachhaltigen Produktion. Das setzen wir mit als Vorreiter für Nachhaltigkeit in der Fertigung in Holzrahmenbauweise konsequent um.

Der politische Aktionismus hin zur Förderung immer neuer Energiestandards halte ich aber für falsch. Mit dem Standard KfW 55 sind Bauherren schon gut bedient. Beim KfW 40-Haus ist die zusätzliche Energieeinsparung in der Praxis minimal und steht in keinem Verhältnis zu den zusätzlich nötigen Ressourcen und dem Geldeinsatz. Dies ist eher ein Marketinginstrument als sinnvolle energetische Optimierung.

Ein guter Hebel wäre allerdings die Verringerung der Grunderwerbsteuer und auch bei der Bildungspolitik würde ich mir wünschen, dass hier ein Umdenken zu mehr Stärkung des Handwerks als dutrchaus innovative Branche mit guter Zukunft stattfindet.

Wie finden und binden Sie qualifizierte Fachkräfte?

Das Bewusstsein für handwerkliche Berufe, nötige Qualifikationen und die beachtlichen Perspektiven auch in finanzieller Hinsicht müssen deutlich stärker in den Schulen gefördert werden.

Dass wir als Fertighausanbieter vielfältige Berufe – vom Tischler bis zum Bauzeichner – anbieten können und sichere Arbeitsplätze mit guten Aufstiegschancen haben, muss noch mehr in die Köpfe des potenziellen Nachwuchses.

Bei uns in Baden-Württemberg haben wir die luxuriöse Situation, dass nahezu Vollbeschäftigung herrscht.

Wir bieten schon sehr lange frühzeitig Praktika an und werben mit unserem Tag der offenen Tür ganz gezielt um junge (zukünftige) Fachkräfte. Neuerdings gehen wir im Kino mit Personalwerbung in die Offensive.

Was macht das Arbeiten mit Holz so besonders?

Holz ist klimapolitisch der Renner, weil nachhaltig der Ausstoß an CO2 verringert wird.

Holz kann bei extremer Kälte wie bei Skihütten oder extremer Hitze wie bei einer Sauna eingesetzt werden. Dass kann so kein anderer Baustoff leisten. Holz hat sowohl hervorragende Wärmedämmeigenschaften als auch eine hohe Phasenverschiebung. Damit ist Holz ein idealer Begleiter in Bezug auf die Wärmedämmung.

Welche aktuellen Wohnprojekte stehen an?

Wir bauen übers Jahr ca. 175 Ein- und Zweifamilienhäusern sowie ca. 5 Objektbauten bzw. Mehrfamilienhäuser.

Auch wenn moderne Bungalows heute immer häufiger zu sehen sind, hebt sich unser „Haus Bader“ deutlich vom breiten Feld der Bauhaus-Entwürfe ab. Dies allein schon wegen seiner Kubatur, in diesem Fall handelt es sich um zwei Baukörper. Ein großzügiger Winkelbungalow wird seitlich durch einen zweiten, schmaleren ergänzt, der ihm wie ein Riegel vorgelagert ist.

Damit konnten wir in der Kategorie „Bungalow“ auch die Jury von „Family Home“ überzeugen und Gold erringen.

Bei der architektonischen Gestaltung vom Keitel-Haus „Legittimo“ haben Tabakscheunen Pate gestanden, wie man sie noch oft in der Region um Mannheim findet. Auch sonst ist der individuelle Entwurf außergewöhnlich, denn er wurde nach Maß auf ein Grundstück im Ortskern geplant und an den Straßenverlauf angepasst.

In Stuttgart haben wir für eine Kirchengemeinde ein Werkhof als soziale Begegnungsstätte gebaut. Dort wird zugleich gewohnt und auch produziert.

Wie werden wir in Zukunft wohnen und welche Rolle wird das Material Holz und innovative Handwerkskunst dabei spielen?

Die Zukunft gehört den „wohngesunden“ und energetisch optimalen Häusern. Das Potenzial für Holzfertighäuser in Deutschland ist noch nicht ausgereizt. Hier ist Keitel hervorragend aufgestellt mit nachhaltigen Investitionen in die Produktionshalle und in den Maschinenpark.

Aufgrund des Wettbewerbsdrucks und nur geringen Margen von ca. zwei Prozent im Neubausektor stehen unsere Häuser und deren Kosteneffizienz immer auf dem Prüfstand.

Die industrialisierte Herstellung und zunehmende Digitalisierung spielt uns da entgegen, denn so können unserer Fachkräfte durch gezielte Maßnahmen mehr entlastet werden. Sie zu binden und vor allem neue qualifizierte Mitarbeiter hinzuzugewinnen ist die Herausforderung der gesamten Wirtschaft, Stichwort Fachkräftemangel.

Durch den hohen Vorfertigungsgrad in beheizten Produktionshallen hat unsere Branche aber gute Argumente.

Wie bzw. wo „tanken“ Sie persönlich auf?

Ich wohne mit meiner Frau und den drei Kindern (8-19 Jahre) in einem 2009 gebauten Keitel Haus. Auszeiten nehme ich mir beim Joggen, Motorradfahren oder gelegentlichen Saunagängen.

Zur Person: Andreas Mosgallik-Keitel

In 3. Generation teilt sich Andreas Mosgalik-Keitel die Geschäftsführung mit seinem Schwager Hermann Keitel und seiner Schwägerin Regina Graf, die ebenfalls drei Kinder hat. Das Denken sei im Hause Keitel nicht quartalsbezogen sondern auf Jahrzehnte ausgerichtet, erzählt der studierte Betriebswirt. Andreas Mosgallik-Keitel agiert gerne im Hintergrund und feilt an der strategischen Ausrichtung. Er sei in vielen Dingen typisch schwäbisch, sehr arbeitswütig und uneitel - ein Foto von sich selbst müsse er nicht vorzeigen.

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